Foto: Evangelische Kirchengemeinde Freudenberg

Trauerfeier für Luise

Angehörige und enge Freunde nahmen in einer Trauerfeier Abschied von Luise

FREUDENBERG

In einem kleinen Trauergottesdienst nahmen Angehörige und enge Freunde Abschied von Luise.

„Eure Luise! Ihr trauert, unsere Stadt Freudenberg trauert, und das ganze Land. Heute sind wir hier, an ihrem Sarg. Um uns gemeinsam an Luise zu erinnern. Um von ihr Abschied zu nehmen.“ Mit diesen Worten begann Pfarrer Thomas Ijewski nach der Begrüßung der Trauergäste in der kleinen evangelischen Kirche die Trauerfeier. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Freudenberg und hat Luises Familie seelsorgerlich begleitet.

Weiter sagte Pfarrer Ijewski: „Wir suchen nach Trost und fragen nach dem Glauben, der zum Leben hilft. Leicht ist das nicht! Denn unser Glaube ist uns schwer geworden in diesen Tagen. Die Fragen und die Zweifel nagen an uns und lassen uns unsicher werden. Vielen war das Gebet eine Hilfe, vielen aber war es gänzlich unmöglich zu beten.“ Dennoch wagte es Pfarrer Ijewski in einem Gebet mit Gott im Gespräch zu bleiben, wie er selbst sagte. Mitschülerinnen und Mitschüler trafen sich zeitgleich in der Aula ihrer Schule. Dort wurde der Gottesdienst in einer Tonübertragung gehört.

In einer bewegenden Predigt sprach Pfarrer Ijewski die Familie, Freunde und Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, sowie auch die Mitschülerinnen und Mitschüler aus Luises Klasse an.

Auszüge aus der Predigt

Wir von der Vogelsberger Zeitung können nicht die ganze Predigt veröffentlichen, deshalb hier nur Auszüge aus der Predig von Pfarrer Thomas Ijewski: „Uns allen ist jetzt unsäglich schwer ums Herz. Wir alle ringen um Fassung. Niemand von uns kann in Worte kleiden, was uns durch den Kopf geht. Aber wir sind zusammen. Wir halten zusammen. Wir lassen uns nicht los. In dieser Kirche haben wir Luise getauft. Haben sie Gott ans Herz gelegt. Hier nehmen wir auch von ihr Abschied.“ Und weiter sagte Pfarrer Ijewski: „Doch dann, vor zehn Tagen wurde alles anders. Das so traumhafte Leben endet in einem Alptraum. Stunden voller Bangen und Hoffen. Eine stockfinstere Nacht, erhellt nur durch die flackernden Blaulichter und die Lichtkegel der Suchmannschaften. Stunden der Hoffnung, Stunden des vollen Einsatzes von so vielen, Stunden, wo unzählige Gebete in den Himmel geschickt wurden. Doch am Ende alles umsonst. Sie wurde gefunden, alle Hoffnungsfunken verglimmt. Es war Luise, die sie im Wald gefunden haben, es war Eure Luise, unsere Luise, und sie war tot.“

Auf Wunsch der Familie dankte Pfarrer Ijewski u. a. allen Menschen, die in den letzten Tagen an Luise gedacht haben. Einen ganz besonderen Dank galt den Einsatzkräften. Den Polizisten, den Feuerwehrleuten, den Hundestaffeln, denen, die alles gegeben haben, um Luise noch rechtzeitig zu finden. „Ein Dank an die Menschen, die Luise nach ihrem Tod liebevoll in ihre Obhut genommen haben, die Polizisten, die Mediziner und die Bestatter. Danke, dass Sie es der Familie ermöglicht haben, sich von ihrer Tochter in Würde und Nähe zu verabschieden. Danke auch all denen, die der Familie in den letzten Tagen zur Seite gestanden haben, ganz praktisch, ganz liebevoll, ganz einfühlsam. Danke zuletzt auch allen, die geholfen haben, den Abschied so liebevoll, diese Stunde so würdig und den heutigen Tag so erträglich wie möglich zu gestalten.“

Polizei schützte die Privatsphäre

Auf Wunsch der Familie sollte die Trauerfeier kurz gehalten werden, sagte die Polizei, die mit vielen Einsatzkräften dafür sorgte, dass die Trauerfeier nicht gestört wurde. Prominente Gäste aus der Politik wurden nicht erwartet.

Die beiden 12 und 13-jährigen Mädchen haben die Tat gestanden, über das Motiv wird die Öffentlichkeit womöglich nichts erfahren, weil die mutmaßlichen Täterinnen selbst noch Kinder und somit nicht schuldfähig sind. Deshalb halten sich die Ermittler äußerst bedeckt.

Anm. d. Red.
Wir danken der Evangelische Kirchengemeinde Freudenberg für die zur Verfügung gestellten Fotos und Manuskripte.

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