Foto: Vogelsberger Zeitung

Hütte brennt am Florianstag in Großenlüder

Vorführung am Pendlerparkplatz – Kinderfeuerwehr „Tüta Team“ gegründet112 Jahre Freiwilligen Feuerwehr Großenlüder-Mitte

GROSSENLÜDER

Eine nicht alltägliche Vorführung bereitete die Freiwillige Feuerwehr in Großenlüder im Rahmen des Florianstags vor. Mühe- und liebevoll wurde ein Wohnraum in einer Holzhütte zusammengezimmert. Alles wurde detailgetreu eingerichtet um es dann in wenigen Minuten abbrennen zu lassen.

In den vier Wänden – Pardon drei Wänden, denn eine Wand wurde für die Sicht der Besucherinnen und Besucher weggelassen – hatte man vom Teppich über das Sofa bis hin zur Deckenlampe ein komplettes Zimmer eingerichtet. Nur in der Zeit scheint man stehengeblieben zu sein, denn ein Weihnachtsbaum schmückte das Zimmer. Nein, es war Absicht, dass man das Gehölz mit in das Zimmer baute – perfekt um zu zeigen, wie schnell eine Wohnung, ein Haus oder gar eine Existenz binnen Sekunden verloren gehen kann.

Über 900 Grad Hitze

112 – der Notruf wurde sofort abgesetzt und die Leitfunkstelle Fulda alarmierte die Freiwillige Feuerwehr Großenlüder- Mitte über Sirene und Pager. Die Flammen breiteten sich, beding durch Windböen, sehr rasch und mit großer Hitzestrahlung aus. Die Hütte stand schon nach wenigen Minuten im Vollbrand. Die Einsatzkräfte demonstrierten mit modernster Technik und Hightech- Feuerschutzkleidung wie der Ernstfall abläuft. Das Wichtigste ist immer die Menschenrettung zu Beginn eines Einsatzes, danach geht es um die Schadeneindämmung an umliegenden Gebäuden, Fahrzeugen sowie der Schutz der Natur. Der Löschangriff erfolgte mit dem neuen Feuerwehrlöschfahrzeug HLF 20 unter Leitung des stv. Wehrführer Simon Dimmerling.

„Wir haben die Hütte angezündet, um den Zuschauerinnen und Zuschauern zu zeigen, wie schnell ein Zimmerbrand entsteht und sich entwickelt“, sagte Christian Bosold, Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Großenlüder. Als die Hütte komplett in Vollbrand stand, wurden mit der Wärmebildkamera im Kernbereich 925 Grad gemessen. „Das ist schon massiv und extrem, aber es sind durchaus Temperaturen die bei einem Zimmerbrand entstehen können.“ Mit der rasenden Geschwindigkeit, wie sich das Feuer ausbreitete und die Hütte komplett niederbrannte, hatte selbst der erfahrene Feuerwehrmann nicht gerechnet. „Es ist schön, dass alles funktioniert hat, was wir uns ausgedacht hatten, aber dass es so schnell geht, war von uns nicht so erwartet, aber damit müssen wir zurechtkommen. Wir wollten im Vorfeld nicht noch eine Hütte aufbauen und hatten nur einen Versuch“, so Christian Bosold. Der Gemeindebrandinspektor zeigte sich zufrieden: „Der Versuch ist geglückt. Was wir vor Ort den Zuschauerinnen und Zuschauern zeigen wollten, haben wir erreicht“, so Bosold. Doch so schnell wird man einen solchen Versuch nicht wieder machen. Fast zum Finale mischte die Feuerwehr ein Schaumgemisch dem Löschwasser hinzu um den Löscherfolg zu erhöhen. Der Schaum ist umweltfreundlich und biologisch abbaubar. Mit neun Einsatzkräften und einem Feuerwehrfahrzeug wurde die Übung vorgeführt. Im Realfall wäre das ein Löschzug mit rund 25 Einsatzkräften. „Das war mit neun Mann schon beherrschbar, aber es hätte keiner fehlen dürfen“, so Christian Bosold.

Ehrungen

Kurz vor dem offiziellen Festakt zur Gründung der Kinderfeuerwehr wurde Kamerad Jörg Otterbein überrascht. Im Namen der Vorstandskollegen und Feuerwehrmitglieder ehrte ihn Jürgen Reinhardt mit einer Laudatio zu seinem über 30-jährigen ehrenamtlichen Feuerwehrdienst. In drei Jahrzehnten übernahm Jörg 25 Jahre Verantwortung in folgenden Funktionen: 10 Jahre als Jugendfeuerwehrwart 15 Jahre als 1. Vorsitzender und ab dem Jahr 2023 als Leiter der Kinderfeuer. In seine Amtszeit fielen zahlreiche wichtige Ereignisse wie das 100. Gründungsfest, die Rettung und Ausrichtung des Zeltlagers der Kreisjugendfeuerwehr, der Beginn der Brandschutzerziehung in den Kindergärten und der Grundschule St. Georg. Weiterhin wurde die Beschaffung eines Mannschaftstransportwagen zur Förderung der Jugendfeuer und Vereinsarbeit von ihm geleitet.

Auf Initiative von Kamerad Jörg Otterbein wurde im Rahmen des 112 Gründungsjahres der Freiwilligen Feuerwehr Großenlüder- Mitte die Kinderfeuerwehr TÜTA-Team mit 16 Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 10 Jahren gegründet. Zusammen mit sechs motivierten Betreuerinnen und den Feuerwehrkameraden Jörg Otterbein und Jürgen Odenwald wurden schon seit dem Frühjahr regelmäßige Gruppenstunden durchgeführt. Vom Filialleiter der Sparda-Bank in Fulda Matthias Böse wurde eine Spende zur Gründung der neuen Kinderfeuerwehr TÜTATeam an den Vorsitzenden des Feuerwehrvereines übergeben.

Kinderfeuerwehr „Tüta Team“ gegründet

Am Florianstag wurde im Lüderhaus Großenlüder die Kinderfeuerwehr „Tüta Team“ gegründet. Jörg Otterbein setzte sich stark für die Gründung einer Kinderfeuerwehr ein. Im Frühjahr war es nun soweit, die ersten Aktivitäten der Kinderfeuerwehr fanden statt. Am „Florianstag“ erfolgte nun die offizielle Gründung. „In meinen Augen ist die Feuerwehr ein Mannschaftssport. Einer alleine ist nichts wert. Wenn man eine Idee hat, lässt sie sich nur verwirklichen, wenn alle Mann mitziehen“, so Jörg Otterbein. Es sei ihm immer ein Anliegen gewesen, Zeit und Mühen in die Zukunft zu legen und den Grundstein in eine Kinderfeuerwehr zu setzen.

Grußworte wurden von Bürgermeister Florian Fritzsch, dem Gemeindebrandinspektor Christian Bosold sowie Kreisbrandmeisterin Ramona Schwendner zusammen mit Bernward Münker-Breidung vom KFV-Fulda gesprochen. Insgesamt war das 112. Jubiläum zum Gründungsjahr ein voller Erfolg, dass Allen Feuerwehrmitgliedern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bürgermeister Florian Fritzsch freute sich, dass nach einer langen Abstinenz der Florianstag in einer „fulminanten Breite“ wieder ausgerichtet werden konnte. Man habe das Feuerwehrwesen in den Mittelpunkt gestellt und die ganze Bandbreite der Feuerwehr den Gästen übermittelt. Die Gründung der Kindergruppe und deren Anwesenheit würde eine große Wertschätzung der Feuerwehr entgegenbringen. „Mit dieser Gruppe erweitern wir das Angebot und bieten Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren die Möglichkeit, in die Welt der Feuerwehr hineinschnuppern und spielerisch Sozialkompetenz erwerben zu dürfen“, so Florian Fritzsch.

112 Jahre Freiwilligen Feuerwehr Großenlüder-Mitte

Anfang Mai, zum Namenstag des heiligen Florians, feierte die Freiwillige Feuerwehr Großenlüder den traditionellen Florianstag. Zu Beginn des Festes wurde eine heilige Messe in der St.-Georg Kirche besucht, danach ging es ins Lüderhaus zur legendären SIR AMOS Disco Party. Die Fans von Sir Amos kamen aus nah und fern und genossen einen herrlichen Abend im Lüderhaus.

Am Sonntagvormittag zeigten alle Jugendfeuerwehren der Großgemeinde Großenlüder ihr Können. Die Großenlüderer Jugendfeuerwehrwarte Jan Hartmann, Simon Schuster und Tim Schäfer hatten die Frühjahrsübung vorbereitet und geplant. Am Übungsobjekt der Firma Richard Keller Allfinanz retteten die Jugendfeuerwehrmitglieder Menschen und löschten den angenommenen Zimmerbrand.

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