Dieses Foto zeigt den Musikverein 1936 e. V. im Jubiläumsjahr 2026 (Foto: Matthias Kress)

90 Jahre Musikverein Blankenau

HOSENFELD-BLANKENAU
Der Musikverein Blankenau 1936 e.V. feiert am Sonntag, 20. September 2026, sein 90-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum lädt der Verein zu einem „Tag der Blasmusik“ ins Sport- und Bürgerhaus in Blankenau ein. Los geht es um 10 Uhr mit einem musikalischen Frühschoppen.

Der Musikverein Blankenau 1936 e.V. feiert am Sonntag, 20. September 2026, sein 90-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum lädt der Verein zum „Tag der Blasmusik“ ins Sport- und Bürgerhaus Blankenau ein. Beginn ist um 10 Uhr.

Zum Auftakt steht ein musikalischer Frühschoppen mit dem Musikverein aus Mittelrode auf dem Programm. Anschließend spielen die Fuldatal-Musikanten aus Kämmerzell. Ein reichhaltiger Mittagstisch des Landgasthofs „Zur Linde“ aus Großenlüder-Bimbach sowie Kaffee und Kuchen und unter anderem Kreuzbergbier runden das Angebot ab.

Der Musikverein Blankenau blickt auf neun Jahrzehnte Vereinsgeschichte zurück. Die „Blankenauer Musikanten“ haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 1936 musikalisch weiterentwickelt. Das heutige Repertoire reicht von volkstümlicher Blasmusik mit Gesang bis zu modernen Melodien der Tanz- und Unterhaltungsmusik.

Im Jubiläumsjahr zählt der Verein 86 Mitglieder, darunter 15 aktive Musikerinnen und Musiker aus Blankenau und der näheren Umgebung. Neben der Musik spielt auch die Geselligkeit eine wichtige Rolle im Vereinsleben.

Die Entstehung des Musikvereins Blankenau geht auf den damaligen Bürgermeister Leo Schlitzer und Ortsbrandmeister Anton Wess zurück. An der Gründung beteiligt und gleichzeitig aktiv waren Josef Appel, Wilhelm Wess, August Michel, Josef Michel, Willi Pfeffer, Willi Reith, Roman Schad, Leo Schenk, Emil Scheibelhut und Emil Schlitzer.

Der erste Auftritt erfolgte 1936 bei der Fronleichnamsprozession unter der Leitung von Dirigent Adolf Dehler. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden kirchliche und weltliche Veranstaltungen musikalisch begleitet.

Foto: Matthias Kress

Ab 1955 trafen sich regelmäßig weitere Musikbegeisterte sonntags zu Proben auf dem Tannenhof, der zwischen Blankenau und Hosenfeld liegt. Zu den Musikern gehörten unter anderem Hans Gies, Karl Schenk, Karl Kress, Karl Knobloch, Rudolf von Keitz, Hans Gärtner und Willi Rützel. Später kamen Willi Schmitt, Ewald Knobloch und Horst Wellenhofer hinzu.

Instrumente und Noten wurden damals von den Musikern selbst angeschafft. Unter der Leitung von Hans Gies begann der Verein wieder mit öffentlichen Auftritten. 1956 wurde zudem ein Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender wurde Josef Appel II., zweiter Vorsitzender Emil Schlitzer, Kassierer Karl Kress und Schriftführer Wilhelm Appel. Der Mitgliedsbeitrag betrug damals zwei D-Mark.

Foto: Matthias Kress

In den 1950er- und 1960er-Jahren umrahmte der Musikverein zahlreiche Veranstaltungen musikalisch. Besonders viele Hochzeiten gehörten zu den Auftritten. Ende 1965 übergab Hans Gies nach mehr als 15 Jahren die musikalische Leitung an Richard Roffeis.

Anfang der 1970er-Jahre bildete Richard Roffeis gemeinsam mit Karl Schenk, Manfred von Keitz und Rudolf von Keitz zahlreiche Jugendliche aus. Die Zahl der aktiven Musiker stieg in dieser Zeit sprunghaft auf rund 40 Mitglieder.

Eine besondere Rolle in der Vereinsgeschichte spielte Generalmusikdirektor Hugo Balzer aus Düsseldorf. Er hielt sich 1983 und 1984 in seiner ehemaligen Heimat Blankenau auf, unter anderem zur Einweihung der Mariengrotte und anlässlich seines 90. Geburtstags.

Balzer hinterließ dem Musikverein neben einer großzügigen Spende auch den von ihm in jungen Jahren komponierten „Blankenauer Marsch“ sowie den dazugehörigen Text „Blankenau mein Heimatland“. Hugo Balzer starb am 3. April 1985 in seinem Heimatort Hösel.

Das Jahr 1987 brachte mehrere Veränderungen. Mit Beate Dimmerling wurde erstmals eine Frau im Blankenauer Vereinsleben zur ersten Vorsitzenden gewählt. Sie löste Emil Schlitzer ab, der das Amt 30 Jahre lang ausgeübt hatte und anschließend zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.

Zu den ersten Maßnahmen des neuen Vorstandes gehörten die Anschaffung einer neuen Vereinstracht und einer Gesangsanlage. Die neue Technik brachte zusätzlichen Schwung in das Vereinsleben. Bei Auftritten wurde erstmals die Bezeichnung „Blankenauer Musikanten“ verwendet.

1988 übernahm Gerhard Brähler den Dirigentenstab von Richard Roffeis, der zum Ehrendirigenten ernannt wurde.

In den folgenden Jahren verzeichnete der Verein zahlreiche Auftritte im In- und Ausland sowie in den angrenzenden Bundesländern. Das Repertoire wurde unter anderem um Stücke von Ernst Mosch, Elmar Wolf und Michael Klostermann erweitert.

Die Kapelle entwickelte dabei ihren eigenen „Egerländer Sound“. Wochenendseminare mit dem Berufsmusiker Frank Ecker, dem ersten Flügelhornisten von Elmar Wolf, trugen nach Angaben des Vereins zur weiteren musikalischen Entwicklung bei.

1990 ging als „Frauenjahr“ in die Geschichte des Musikvereins ein. Neben Beate Dimmerling als erster Vorsitzender wurden Kirsten Rost zur zweiten Vorsitzenden sowie Sabine Kress und Sandra Wess als Schriftführerinnen gewählt.

Seit 1999 steht Matthias Kress als erster Vorsitzender an der Spitze des Musikvereins und hat dieses Amt bis heute inne.

Nach 15 Jahren als Dirigent übergab Gerhard Brähler im Jahr 1999 die musikalische Leitung an Hermann Zitfeld. Dieser studierte zahlreiche neue Stücke mit den Musikern ein und war zudem über viele Jahre als Jugendwart tätig. 1997 hatte er dieses Amt an Jürgen von Keitz übergeben, der die Aufgabe zehn Jahre lang ausübte.

Der Musikverein war stets bemüht, Jugendliche für die Blasmusik zu begeistern und auszubilden. Während dies in früheren Jahren noch zu einem deutlichen Zuwachs bei den Aktiven führte, sei es heute schwieriger, Nachwuchs für die Vereinsarbeit zu gewinnen.

Auch die Suche nach einem neuen Dirigenten stellte den Verein zwischenzeitlich vor Herausforderungen. Nach dem Ende der Tätigkeit von Hermann Zitfeld übernahm schließlich Ansgar Schenk die musikalische Leitung. Er ist bis heute für die musikalische Arbeit verantwortlich und hält nach Angaben des Vereins die Musiker zusammen.

In den vergangenen Jahren musste der Musikverein zudem Abschied von zwei Musikern nehmen. Mit Dieter Honikel, der Tuba spielte, und Joachim Faust, der Posaune spielte, verlor der Verein zwei langjährige Vollblutmusiker. Beide hinterließen nach Angaben des Vereins eine große Lücke.

Neben den musikalischen Aktivitäten gehören Vereinsfahrten sowie Wander- und Grillveranstaltungen zum Vereinsleben. Die beiden Schwerpunkte Musizieren und Geselligkeit sind den Aktiven nach wie vor wichtig.

Die heutige Besetzung tritt bei Veranstaltungen in Hessen und den angrenzenden Bundesländern auf. Zum musikalischen Programm gehören volkstümliche Blasmusik mit Gesang ebenso wie moderne Tanz- und Unterhaltungsmusik. Bei den Auftritten wirken auch die beiden Gesangssolisten Nicole und Gerhard Faust mit.

Besonders bei Kirmesveranstaltungen treten die „Blankenauer Musikanten“ gerne auf.

Zum 90-jährigen Bestehen findet am Sonntag, 20. September 2026, ab 10 Uhr der „Tag der Blasmusik“ im Sport- und Bürgerhaus Blankenau statt.

Der musikalische Frühschoppen beginnt mit dem Musikverein aus Mittelrode. Danach folgen die Fuldatal-Musikanten aus Kämmerzell. Für das leibliche Wohl wird mit einem Mittagstisch, Kaffee und Kuchen sowie Getränken gesorgt.

Bereits während der Jahreshauptversammlung im April dieses Jahres hatte der Verein zahlreiche aktive und passive Mitglieder für ihre Verdienste ausgezeichnet. Sie erhielten Urkunden und die Ehrennadel des Vereins.

Der Musikverein Blankenau 1936 e.V., der dem Kreis- und Stadtmusikverband Fulda angehört, lädt zum Jubiläum Gäste aus Blankenau und der Region ein, um gemeinsam das 90-jährige Bestehen zu feiern.

  • 1. Vorsitzender: Matthias Kress
  • 2. Vorsitzender: Ansgar Schenk
  • Kassierer: Sascha Betzhold
  • Schriftführerin: Nicole Faust
  • Beisitzer: Christin Schnabel, Jürgen von Keitz, Karl-Josef Kress, Wolfgang Schäfer und Thomas Faust

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Erstellt von Karl-Ernst Crönlein.