Foto: Carsten Schmidt

Großübung: 21 Verletzte und sechs zerstörte Fahrzeuge

ALSFELD-REIBERTENROD
Eine anspruchsvolle Großübung haben Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und weitere Einheiten des Katastrophenschutzes zwischen Reibertenrod und Schwabenrod absolviert. Rund 150 Einsatzkräfte mussten sich dabei um 21 Verletzte kümmern, mehrere eingeklemmte Personen aus zerstörten Fahrzeugen befreien und die Patientenversorgung sowie den Abtransport koordinieren.

Für die Übung war die Straße zwischen Reibertenrod und Schwabenrod bereits am Freitagmittag gesperrt worden. Auf der Strecke wurden zahlreiche Unfallfahrzeuge positioniert, die zuvor auf dem Firmengelände der Firma Gorsler entsprechend verformt worden waren. Mehrere Pkw und zwei Lkw ergänzten das realistisch gestaltete Szenario.

Auch die Verletzten wurden möglichst realitätsnah dargestellt. Zahlreiche Mimen wurden von der Mimengruppe des DRK-Kreisverbandes Lauterbach entsprechend geschminkt.

Pünktlich um 17.30 Uhr begann die Übung. Als erstes Fahrzeug traf das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Schwabenrod ein. Die Einsatzkräfte begannen unmittelbar mit der Betreuung der zahlreichen Verletzten.

Angenommen wurde eine Lage mit dem Alarmstichwort H-Klemm 2 Y, also mehreren eingeklemmten Personen. Zusätzlich wurde ein MANV 30 angenommen – eine Einsatzlage mit bis zu 30 Verletzten.

Neben dem Rettungsdienst Mittelhessen und der Feuerwehr Alsfeld waren zahlreiche weitere Einheiten eingebunden. Dazu gehörten unter anderem die Feuerwehren aus Ulrichstein und Lautertal mit Fahrzeugen des Landkreises sowie die Rotkreuzeinheiten der Kreisverbände Alsfeld und Lauterbach. Auch die Bergwacht Schotten beteiligte sich an der Übung.

Für die medizinische Versorgung standen die Notärztinnen Susanne Klass und Juliana Halbmeyer zur Verfügung. Unterstützt wurden sie von den Leitenden Notärzten Manfred Haas und Dennis Humburg sowie dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst Henning Schmehl.

Unter den Augen der Übungsbeobachter Nils Freitag, Mathis Kruse und Carsten Schmidt mussten die Einsatzkräfte die Verletzten zunächst sichten und Prioritäten festlegen. Anschließend galt es, eingeklemmte Personen mit hydraulischem Rettungsgerät aus den Fahrzeugen zu befreien und den weiteren Abtransport zu organisieren.

Insgesamt waren 21 Verletzte zu versorgen. Teilweise mussten sie aus sechs zerstörten Pkw befreit werden. Zusätzlich wurden bewusst unbeteiligte Personen in das Szenario eingebunden, die den Einsatz störten und damit den Stress für die Einsatzkräfte erhöhten.

Rund eine Stunde nach Übungsbeginn waren alle Personen befreit. Während die Feuerwehr mit der technischen Rettung beschäftigt war, kümmerten sich Rettungsdienst und Katastrophenschutz um die Stabilisierung der Verletzten und deren möglichst zügigen Abtransport.

Der Kreis der Gäste wurde bewusst klein gehalten. Weder der genaue Übungsort noch das konkrete Szenario waren den beteiligten Einsatzkräften vorab bekannt. Alsfelds Stadtpolitik wurde durch Angelika Schäfer vertreten. Auch Kreisbrandinspektor Marcel Büttner machte sich vor Ort ein Bild von der Übung.

Die Einsatzleitung lag bei Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer, der die rund 150 Einsatzkräfte koordinierte.

Als fiktive Zielklinik war das Feuerwehrhaus Alsfeld vorgesehen. Dort fand nach Abschluss der Übung die Nachbesprechung statt.

Für die Verpflegung der rund 150 Einsatzkräfte und Beteiligten sorgte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Alsfeld-Mitte 1854 e. V.

Die Übung machte deutlich, wie wichtig das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen bei größeren Schadenslagen ist. Gerade bei einer Vielzahl Verletzter müssen technische Rettung, medizinische Versorgung, Transport und weitere Maßnahmen eng aufeinander abgestimmt werden.

 Freiwillige Feuerwehr Alsfeld
Die Freiwillige Feuerwehr Alsfeld ist keine Berufsfeuerwehr. Alle Einsatzkräfte verrichteten diesen Einsatz ehrenamtlich. Sie unterbrechen ihren Alltag, ob Arbeit, Freizeit oder Schlaf, um für die Allgemeinheit da zu sein. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

Alle Einsatzkräfte absolvieren viele freiwillige Stunden für Fort- und Weiterbildung, damit sie um nichts den Kameradinnen und Kameraden der Berufsfeuerwehr – von denen es nur sieben in Hessen gibt – nachstehen. Deshalb sucht die Freiwillige Feuerwehr auch Mitglieder für den aktiven Einsatzdienst.

Foto: Carsten Schmidt
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Erstellt von Karl-Ernst Crönlein.