Foto: Vogelsberger Zeitung

Hohhaus-Museum wird umfassend saniert

LAUTERBACH
Das Hohhaus-Museum und sein Umfeld stehen vor einer umfassenden Veränderung. In den kommenden Jahren soll das historische Ensemble in Lauterbach saniert und weiterentwickelt werden. Nach Angaben der Stadt laufen derzeit bereits die konkreten Planungen gemeinsam mit den Fachingenieuren. Erste Vorbereitungen für Untersuchungen an Bauteilen und die spätere Baustelleneinrichtung haben ebenfalls begonnen.

Der eigentliche Baubeginn ist nach Abschluss der Planungsphase für die erste Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Die Gesamtmaßnahme soll sich nach derzeitiger Planung über die Jahre 2027 bis 2029 beziehungsweise 2030 erstrecken.

Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme ist der Bau eines Erschließungsturms zwischen dem Nordflügel des Hohhaus-Museums und dem Gebäude Obergasse 10. Der Nordflügel des Museums soll saniert, ausgebaut und barrierefrei erschlossen werden.

Auch die Gebäude Obergasse 10 und 12 sind Bestandteil des Projekts. Die Obergasse 10 soll generalsaniert werden. Im Gebäude sollen unter anderem öffentliche, behindertengerechte Toiletten entstehen. Das sogenannte „Gärtnerhaus“ in der Obergasse 12 wird ebenfalls in die Maßnahme einbezogen.

Mit dem neuen Erschließungsturm sollen gleich mehrere bislang bestehende Probleme gelöst werden. Das Hohhaus-Museum verfügt derzeit weder über eine barrierefreie Erschließung noch über einen zweiten Fluchtweg.

Die nun anstehende Sanierung baut auf bereits früher durchgeführten Arbeiten auf. Zwischen 2002 und 2008 wurden nach Angaben der Stadt umfangreiche Maßnahmen zur statischen Sicherung der Dachbereiche vorgenommen. In diesem Zusammenhang wurde das Dach vollständig saniert.

Auch die Außenanlagen waren bereits Gegenstand von Arbeiten. Im Zuge der Erneuerung von Leitungssystemen wurden diese überarbeitet.

Die nun geplante Maßnahme soll darüber hinaus einen städtebaulichen Beitrag leisten. Die Stadt bezeichnet die vollständige Sanierung der Gebäude Obergasse 10 und 12 als weiteren Meilenstein im Rahmen der Stadtsanierung.

Auch im Hohhausgarten haben erste vorbereitende Arbeiten stattgefunden. Die dortige, durch den Buchsbaumzünsler geschädigte und stark verholzte Buchsbaumhecke wurde entfernt.

Nach Angaben der Stadt dient dies unter anderem dazu, bereits vor dem eigentlichen Baubeginn im Jahr 2027 Arbeiten an einem vor der Außenwand über die gesamte Länge verlaufenden Schacht durchführen zu können. Die Hecke soll anschließend wieder neu angelegt werden.

Darüber hinaus müssen kleinere Bereiche der Gartenfläche zunächst so hergerichtet werden, dass sie von Fahrzeugen überfahren werden können. Die Arbeiten im Hohhausgarten sind damit vor allem als vorbereitende Maßnahmen für das Gesamtprojekt zu verstehen.

Für Besucherinnen und Besucher wird die Sanierung allerdings spürbare Auswirkungen haben. Da das Hohhaus-Museum im Zuge der Arbeiten geräumt und das Inventar erfasst werden muss, wird der reguläre Museumsbetrieb zumindest während eines Teils der Bauzeit nicht möglich sein.

Die Stadt plant jedoch, für Veranstaltungen Ausweichmöglichkeiten anzubieten. Zudem sollen einzelne Exponate nach Möglichkeit an anderer Stelle weiterhin zugänglich gemacht werden.

Auch die Wegeverbindung zwischen dem Berliner Platz und „Hinter dem Spittel“ wird voraussichtlich nicht während der gesamten Bauzeit durchgängig geöffnet bleiben können. Neben der Baustellenlogistik sind hierfür auch die Arbeiten an der Obergasse 10 und 12 sowie die geplante Erneuerung des kompletten Weges ausschlaggebend.

Ob zeitweise der gesamte Hohhausgarten betroffen sein wird, soll die weitere Planung zeigen.

Auch finanziell handelt es sich um ein umfangreiches Projekt. Für die Sanierung des Hohhaus-Museums sind nach Angaben der Stadt insgesamt rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Zuletzt konnten dafür Fördermittel in Höhe von 3,7 Millionen Euro generiert werden.

Die Förderung wird über das Sozialministerium im Rahmen der Umsetzung der EU-Behindertenrechtskonvention vergeben. Sie ermöglicht insbesondere den barrierefreien Ausbau sowie die damit verbundenen Sanierungsarbeiten.

Nicht Bestandteil dieser Förderung sind darüber hinausgehende Kosten für die Umsetzung eines Museumskonzeptes. Diese sollen nach Angaben der Stadt künftig jährlich über ein Förderprojekt beim Hessischen Museumsverband beantragt werden.

Trotz der umfangreichen Arbeiten sollen die Auswirkungen auf die Öffentlichkeit nach Möglichkeit begrenzt werden. Die Stadt weist allerdings darauf hin, dass ein Projekt dieser Größenordnung auch eine entsprechende Baustelleneinrichtung und Veränderungen bei der Mobilität rund um die Baustelle notwendig macht.

Insbesondere aus Sicherheitsgründen wird es deshalb zeitweise voraussichtlich nicht möglich sein, den Hohhausgarten oder die Wegeverbindung am „Glitsche Eck“ wie gewohnt zu nutzen.

Die konkreten Abläufe sollen sich im weiteren Verlauf der Planung noch genauer herauskristallisieren. Fest steht bereits jetzt: Mit der geplanten Sanierung steht dem Hohhaus-Museum, den angrenzenden Gebäuden und dem Hohhausgarten ab 2027 eine mehrjährige Bauphase bevor.

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Dieser Artikel wurde von unserem Praktikanten erstellt.