Rund 50 Einsatzkräfte trainieren auf dem Lollarer Altenberg den Ernstfall – Wasser wird wegen der aktuellen Knappheit bewusst sparsam eingesetzt
LOLLAR/GIESSEN
Die anhaltende Trockenheit und die damit verbundene hohe Waldbrandgefahr sorgen derzeit für eine angespannte Lage. Um für einen möglichen Waldbrand gerüstet zu sein, haben Feuerwehren aus fünf Kommunen im nördlichen Landkreis Gießen am Freitag eine gemeinsame Übung durchgeführt.
Die Stadt Lollar, die Städte Staufenberg und Allendorf/Lumda sowie die Gemeinden Buseck und Rabenau bilden gemeinsam den Waldbrandzug Nord. Die Einheit kommt bei größeren Bränden auf Wald- und Freiflächen überörtlich zum Einsatz. Regulär gehören 33 Einsatzkräfte zum Waldbrandzug. Bei der Übung waren jedoch rund 50 Feuerwehrleute beteiligt.
Ausgearbeitet wurde das Übungsszenario von Raphael Purrucker von der Feuerwehr Allendorf/Lumda und Florian Ettling von der Feuerwehr Lollar. Angenommen wurde ein Waldbrand auf dem Lollarer Altenberg, der sich rasch ausbreitete. Die Einsatzleitung der Lollarer Feuerwehr entschied sich deshalb, den Waldbrandzug Nord nachzufordern.

Baum versperrt den Einsatzweg
Die anrückenden Fahrzeuge wurden am Ortseingang von Ruttershausen von einem Lotsenfahrzeug in Empfang genommen und zur Einsatzstelle geführt. Auf dem Weg dorthin mussten die Einsatzkräfte bereits ein Hindernis beseitigen: Ein massiver Baumstamm versperrte die Zufahrt. Mit einer Kettensäge wurde der Stamm zerkleinert. Nach wenigen Minuten konnte die Fahrt zur Einsatzstelle fortgesetzt werden.
Dort angekommen, errichteten die Feuerwehrleute innerhalb kürzester Zeit einen Wasserumschlagplatz. Die beteiligten Tanklöschfahrzeuge und Wechsellader füllten diesen in kurzer Zeit mit Löschwasser. Gleichzeitig wurden den Führungskräften verschiedene Einsatzabschnitte zugeteilt.
An mehreren Stellen wurden unterschiedliche Methoden der Waldbrandbekämpfung trainiert. In einem Bereich wurde das angenommene Feuer mit Wasser aus dem Umschlagplatz bekämpft. An anderer Stelle kamen Feuerpatschen und sogenanntes Kleinstlöschgerät wie Wasserrucksäcke mit Handpumpe zum Einsatz. In einem dritten Bereich wurde die Grasnarbe abgetragen, um dem Feuer die Grundlage für eine weitere Ausbreitung zu entziehen.

Löschwasser bewusst eingespart
Eine besondere Rolle spielte bei der Übung die derzeit angespannte Wasserversorgung. Nach Rücksprache mit dem örtlichen Wasserversorger entschied die Einsatzleitung, bewusst auf einen massiven Einsatz von Wasser zu verzichten.
Die Tanklöschfahrzeuge blieben mit jeweils zwei Ladungen deutlich unter der vereinbarten Wassermenge. Damit sollte auch unter realistischen Bedingungen geübt werden, wie Löschwasser möglichst effektiv und sparsam eingesetzt werden kann.

Bürgermeister und Erster Stadtrat beobachten Übung
Lollars Bürgermeister Jan-Erik Dort ließ es sich ebenso wie der Erste Stadtrat Mathias Fritz nicht nehmen, die Übung vor Ort zu beobachten. Dort stand dabei – wie bei einem realen Einsatz – ständig in Kontakt mit der technischen Einsatzleitung. Offensichtlich zeigte er sich von der Leistung der beteiligten Einsatzkräfte angetan.
Nach rund dreieinhalb Stunden war das Übungsszenario beendet. Raphael Purrucker, der zugleich die Zugführung des Waldbrandzuges innehatte, und Florian Ettling zogen ein positives Resümee. Auch Lollars Stadtbrandinspektor Pascal Hirschhäuser zeigte sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden.
Bleibt zu hoffen, dass das geübte Szenario in den kommenden Tagen nicht zur Realität wird. Angesichts der aktuellen Trockenheit und Waldbrandgefahr gilt jedoch: Im nördlichen Landkreis Gießen ist man auf einen möglichen Einsatz vorbereitet.

