Symbolfoto: Vogelsberger Zeitung

Personalausweis soll künftig ohne Adresse auskommen

Neue Generation des Ausweises geplant – Adressaufkleber nach einem Umzug könnten entfallen

BERLIN
Wer nach einem Umzug seinen Personalausweis ändern lassen muss, könnte künftig auf den bekannten Adressaufkleber verzichten. Das Bundesinnenministerium arbeitet nach eigenen Angaben an einer neuen Generation des Personalausweises, auf der die Wohnanschrift nicht mehr aufgedruckt sein soll.

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass unter anderem über den Wegfall des Datenfeldes „Anschrift“ und des bisherigen Änderungsaufklebers nachgedacht werde. Hintergrund sind die zunehmende Digitalisierung und der Abbau von Bürokratie. Für Fälle, in denen bisher der Personalausweis als Nachweis der Wohnadresse genutzt wird, sollen digitale Lösungen geschaffen werden.

Die aktuelle Adresse ist bereits heute auf dem Chip des Personalausweises gespeichert und kann über die Online-Ausweisfunktion digital ausgelesen werden. In anderen europäischen Ländern wird die Wohnanschrift schon heute nicht mehr auf dem Ausweis abgedruckt. Belgien beispielsweise speichert die Adresse ausschließlich digital auf dem Chip.

Wie der Nachweis der Wohnadresse künftig konkret funktionieren soll, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Als Alternative kommt unter anderem eine Meldebescheinigung infrage. Auch andere Dokumente werden bereits heute teilweise als Adressnachweis akzeptiert.

Weitere Änderungen geplant

Mit dem neuen Personalausweis könnten weitere technische Neuerungen kommen. Im Gespräch sind unter anderem zusätzliche Sicherheitsmerkmale, eine verbesserte kryptografische Absicherung sowie ein Data-Matrix-Code zur schnelleren Identitätsfeststellung.

Die Konzeptionsphase für das neue Dokument soll nach den vorliegenden Angaben bis Ende 2027 dauern. Damit ist derzeit noch offen, wann ein neuer Personalausweis tatsächlich eingeführt werden könnte.

Parallel soll die Digitalisierung des Identitätsnachweises vorangetrieben werden. Ab dem 2. Januar 2027 soll die sogenannte EUDI-Wallet als digitale Brieftasche für das Smartphone zur Verfügung stehen. Darin sollen unter anderem digitale Nachweise wie der Personalausweis und der Führerschein gespeichert werden können.

Auch für ältere Menschen sind Erleichterungen vorgesehen. Wer bei der Beantragung 70 Jahre oder älter ist, soll künftig einen lebenslang gültigen Personalausweis erhalten. Dadurch könnten regelmäßige Neubeantragungen und die damit verbundenen Gebühren entfallen.

Darüber hinaus ist vorgesehen, auch beim Reisepass die Pflicht zur Aktualisierung des Wohnorts nach einem Umzug abzuschaffen.

Die Überlegungen zum Wegfall der Wohnadresse auf dem Personalausweis werden vom Petitionsausschuss des Bundestages unterstützt. Eine entsprechende Beschlussempfehlung war nach Angaben des Berichts Anfang Mai verabschiedet worden.

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Erstellt von Karl-Ernst Crönlein.