Segelflugzeug mit Klapptriebwerk stürzt in Feld – Notfallsystem mit Sprengladung erschwert Bergung und Ermittlungen – Zwei Männer sterben nach Unglück in Watzenborn-Steinberg
POHLHEIM
Am Segelflugplatz im Pohlheimer Stadtteil Watzenborn-Steinberg ist es am heutigen Vormittag zu einem schweren Flugzeugunglück gekommen. Gegen 11.30 Uhr wurde die Polizei über den Absturz „einer kleineren Propellermaschine“ informiert, berichtet Pierre Gath, Pressesprecher Polizeipräsidium Mittelhessen.
Nach unseren Recherchen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Segelflugzeug mit Klapptriebwerk, bzw. Motorsegler mit ausklappbarem Hilfsantrieb, Anm. d. Red.

Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten umgehend zum Einsatzort aus. Ersthelfer fanden in dem abgestürzten Flugzeug zwei leblose Personen vor und leiteten sofort Reanimationsmaßnahmen ein. Beide Männer wurden anschließend in Krankenhäuser gebracht, erlagen dort jedoch später ihren schweren Verletzungen.

Bei den Verstorbenen handelt es sich um den 69-jährigen Piloten sowie seinen 56-jährigen Begleiter.
Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass von dem Wrack eine Gefahr ausgeht, wurde das Gebiet großräumig abgesperrt. Anwohner waren von der Sperrung nicht betroffen. Zusätzlich mussten Spezialisten des Hessischen Landeskriminalamts anrücken, um die Sicherheit am Flugzeug herzustellen. Grund dafür war eine mit einem Notfallsystem gekoppelte Sprengladung, die zunächst entschärft werden musste, bevor sich Einsatzkräfte dem Flugzeug vollständig nähern konnten.

Im Anschluss übernahm ein Experte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung die Ermittlungen vor Ort. Die Maschine wurde sichergestellt. Die Ursache des Absturzes sowie die Höhe des entstandenen Schadens sind bislang unklar und Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Einsatzkräfte und Zeugen wurden vor Ort durch Seelsorger betreut.




