Foto: Vogelsberger Zeitung

Polizeikontrollen zum Auftakt der Zweiradsaison 2026

Das Polizeipräsidium Osthessen, die Bergwacht Schotten und die Verkehrswacht Vogelsbergkreis mit Infoständen auf dem Hoherodskopf

HOHERODSKOPF
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung für Zweiräder am Hoherodskopf im Vogelsberg waren das Polizeipräsidium Osthessen, die Bergwacht Schotten und die Verkehrswacht Vogelsbergkreis auf dem Parkplatz am Hoherodskopf mit Infoständen vertreten.

Sandra Suski, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Osthessen.

„Wir machen diese Auftaktveranstaltung jährlich und immer zu Beginn der Saison, sprich im Monat April, weil wir insbesondere die Zweiradfahrer auf die Gefahren, die die neue Saison mit sich bringt, hinweisen wollen“, erklärt Sandra Suski, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Osthessen. Jetzt im Frühjahr sei diese Prävention besonders wichtig, dass die Biker „wieder aufwachen“, sagt Sandra Suski. Jetzt kommt es darauf an, sich und die Maschine wieder kennenzulernen und das Fahrgefühl zu bekommen. Aber, und das darf nicht außer Acht gelassen werden, die Sonne scheint jetzt wieder, die Temperaturen sind oft noch ziemlich gering, sodass das Fahrverhalten auf der Straße vielleicht ein anderes ist, als das eigene Gefühl einem vorgibt. „Genau deshalb haben wir hier auch mehrere Präventionsstände, gemeinsam mit der Bergwacht und der Verkehrswacht, wo wir auf verschiedene Dinge hinweisen wollen, insbesondere auf Gefahren“, so die Pressesprecherin des Polizeipräsidium Osthessen. Dabei will sich die Polizei mit den Bikern austauschen. Was sind die Anliegen der Biker, was sind die Anliegen von uns als Polizei? Genau darum geht es. Und dabei natürlich auch die drei Hauptunfallursachen benennen. Und zwar zum einen die überhöhte Geschwindigkeit, die Beschleunigung der Motorräder, die ist einfach wahnsinnig viel höher als die von Autos. Natürlich aber auch das Überholen trotz unklarer Verkehrslage und die zu geringen Sicherheitsabstände, die oft ein Problem sind und zu schweren, teils aber auch tödlichen Verkehrsunfällen führen.

Harald Schlenk, Polizeihauptkommissar beim Regionalen Verkehrsdienst.

Harald Schlenk, Polizeihauptkommissar beim Regionalen Verkehrsdienst: „Wir führen viele aufklärende Gespräche, so Auge-zu-Auge von Motorradfahrer zu Motorradfahrer. Allerdings darf man nicht verschweigen, dass wir eben auch Verstöße ahnden müssen. Insgesamt sind die Motorradfahrer oder auch Autofahrer, die wir kontrollieren, sehr einverstanden, haben vollstes Verständnis für diese Maßnahmen, weil es ja um unsere aller Sicherheit geht.“ Auch bei den Autofahrern müsse man das Verständnis immer mal so im Frühjahr wieder hervorrufen, dass halt eben jetzt wieder Motorradfahrer unterwegs sind, die halt eben schnell sind und dass Motorradfahrer keine bösen Menschen, sondern auch nur Verkehrsteilnehmer. Harald Schlenk fährt privat auch Motorrad und kann viele Probleme der Fahrer nachvollziehen. „Also das ergänzt sich sehr schön, wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Aber wir machen auch alles andere. Wir freuen uns, wenn wir mal die Zeit finden, Motorrad zu fahren“, so Schlenk. Das Schönste für ihn sei es, wenn sich Verkehrsteilnehmer mit einem Dank oder einem Lächeln von ihm verabschieden. Auch Fahrradfahrer werden kontrolliert, er selbst fährt privat auch mal Fahrrad und meint: „Auch da bin ich voll drin, weil ich auch Fahrradfahrer bin und kann das entsprechend bei den Kontrollen auch so rüberbringen. Also die Fahrradfahrer müssen auch kontrolliert werden. Da versuchen wir auch unser Möglichstes zu tun, aber wir können leider nicht überall sein. So viele Leute sind wir halt eben nicht.“ So versucht der Verkehrsdienst schon alle Bereiche abzudecken: „Gerade wir jetzt, ich in meiner Tätigkeit als Verkehrsdienst, wir konzentrieren uns auf das gesamte Spektrum“, sagt Polizeihauptkommissar Harald Schlenk.

Michael Katzer, DEKRA Niederlassung in Fulda.

Michael Katzer von der DEKRA Niederlassung in Fulda: „Ich darf heute die Polizei bei den jeweiligen Fragestellungen unterstützen im Rahmen der technischen Kontrollen, die wir hier mit Motorrädern durchführen. Das sind gerade zu Saisonbeginn der technische Zustand und die Zulässigkeit an Motorrädern. Das heißt, ist der Reifen noch in Ordnung? Wie sieht es aus mit der Abgasanlage? Ist es eine originale? Ist es Zubehör? Und da eben diese mittlerweile komplizierten Regelungen umzusetzen, dabei unterstütze ich hier heute die Polizei.“ Doch was macht ein Sachverständiger? Man muss sehr viel von den gesetzlichen Grundlagen kennen. Das heißt, sie setzen die technischen Vorgaben, die der Gesetzgeber hat, im Auftrag des Staates um. Ein Spezialgebiet bei DEKRA ist die Unfallanalytik. „Wir sind Unfallgutachter, die zu schweren, tödlichen oder unklaren Verkehrsunfällen regelmäßig hinzugezogen werden, um die Spuren detailliert zu sichern. Moderne Fahrzeuge sind sehr komplex, sind sehr kompliziert. Da gibt es viel auszuwerten, was eben für die Polizei ein Bereich ist, der dort nicht so stark besetzt ist. Und wir unterstützen dann an dieser Stelle, um den Unfallablauf umfassend aufzuklären“, erklärt Michael Katzer.

So könnte man beweisen, dass man ein Ticket gekauft hat.

Ein Motorradfahrer hatte eine besondere Frage, an die kaum einer denkt. Auf dem Parkplatz am Hoherodskopf müssen auch Motorräder Parkgebühren zahlen. Das aber sei nicht sein Problem, sondern wohin mit dem erworbenen Parkschein? Der Autofahrer legt den Parkschein hinter die Windschutzscheibe – fertig. Den Parkschein am Motorrad klemmt er am Tank fest, seine Befürchtung: Was passiert wenn dieser von einem Menschen einfach „geklaut“ wird und er deshalb ein „Knöllchen“ bekommt? Wie will der Motorradfahrer beweisen, dass er gezahlt hat? Ein Tipp kam von einem Polizisten. Einfach den Parkschein neben das Nummernschild halten und ein Foto mit dem Handy machen, sodass Datum und Uhrzeit deutlich zu erkennen sind. In der Regel sollte das als Beweis ausreichen.

Es lang bestimmt am Wetter, dass dieses Jahr nicht viele Motorradfahrer auf dem zweithöchsten Gipfel des Vogelsbergs zu sehen waren. Das merkte man auch an den Infoständen.

Nein, er ist kein Polizist, durfte aber mal „Probe sitzen“.
Schwierig mit der Bille, die berauschende Mittel simuliert.
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