Jugendfeuerwehr übte auf dem Eis

Zugefrorene Seen und Teiche können schnell zur Falle werden

LAUTERBACH
Kürzlich fand sich die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Lauterbach, Löschzug Ost in der Eishalle ein. Es war kein Sonntagsausflug in die Eisarena, sondern eine Übung auf dem Eis.

Christopher Herbst, Jugendwart vom Löschzug Ost: „Wir haben uns viele Gedanken über den Jahres- und Übungsplan der Jugendfeuerwehr gemacht. Dieses Jahr wurde der Plan von Savannah Spahn, Betreuerin erstellt.

So kam sie auf die Idee, mal eine Personenrettung auf dem Eis durchzuführen und diese mit den Kindern zu üben.“ Dieses Szenario sei in Lauterbach real nicht undenkbar, denn es gibt mehrere Standorte mit Fischteichen. Kinder könnten dann schnell auf die Idee kommen, auf das Eis zu gehen um evtl. Schlittschuhe zu laufen und das kann ganz schnell zur Falle und somit lebensgefährlich werden. Das Eis kann einbrechen und die Kinder im eiskalten Wasser in höchste Gefahr geraten. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und Feuerwehren warnen eindringlich vor dem Betreten, da Eisflächen trügerisch sein können und oft nicht die nötige Dicke für eine sichere Tragfähigkeit besitzen.

Aber was ist, wenn es doch passiert? So kam die Lauterbacher Feuerwehr auf die Idee, dieses Szenario zu üben. Natürlich nicht im echten eiskalten Wasser aber auf dem Eis sollte es schon sein. Und was bietet sich da besser an als das kalte Nass? Die Eishalle in Lauterbach. Also sprach man mit Timo Jäger, dem Mann für alles in der Lauterbacher Eishalle. Kurzerhand ermöglichte der Eismeister den Wunsch der Brandschützer um eine Menschenrettung vom Eis zu realisieren. „Bis jetzt funktioniert es sehr gut und den Kindern macht es viel Spaß“, so Christopher Herbst.

In der heutigen Zeit müsse man sich viel einfallen lassen, damit die Kids das Interesse an der Feuerwehr nicht verlieren und um Zuwachs zu bekommen. „Wir haben die Problematik, es gibt nicht mehr so viele Kinder als Nachwuchs bei der Feuerwehr. Es wird alles anstrengender und viel verlangt, auch von der Einsatzabteilung“, schildert Herbst. So müssen auch Lehrgänge besucht werden und vieles mehr. Das sollte auch mit einem Obolus honoriert werden. Und so hat der scheidende Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller zur Verabschiedung allen Jugendfeuerwehren einen Schwimmbadeintritt spendiert. „Dafür wollen wir uns auch nochmal bedanken“, sagt Christopher Herbst. Es sei wirklich viel Zeit, die Betreuer in ihrer Freizeit investieren.

Am Übungstag waren zehn Kinder von 12 Kindern bei der Übung anwesend. Mit der Steckleiter wurde ein kleiner Slalomlauf gemacht um danach eine „eingebrochene“ Person zu retten. Damit der Spaß nicht zu kurz kam, wurde ein kleiner Wettkampf, Jugendfeuerwehr gegen Einsatzabteilung veranstaltet.

Gary Decher, Stadtjugendfeuerwehrwart war als Gast eingeladen: „Es ist auf jeden Fall eine spannende Übung, also nichts Alltägliches. Man muss sich für die Kids etwas einfallen lassen um sie bei der Stange zu halten. Das ist sehr gut gelungen. Auch ein Dank für die Einladung und Ausarbeitung der Übung. Nicht zu vergessen, einen Dank an Timo Jäger für die Bereitstellung der Eishalle.“

Felix Schössler (15), Jugendgruppensprecher bei der Jugendfeuerwehr Lauterbach, Löschzug Ost: „Wir machen als Übung einmal im Jahr unseren Berufsfeuerwehrtag, ein Tag, an dem wir viele Einsätze machen und auch in der Feuerwehr übernachten. Im Sommer machen wir viele realitätsnahe Übungen in denen wir beispielsweise Wasserentnahme an offenen Gewässern und Hydranten üben. Außerdem sind wir eine tolle Truppe, das ist das Wichtigste, was die Jugendfeuerwehr ausmacht.“

 Freiwillige Feuerwehr Lauterbach
Die Freiwillige Feuerwehr Lauterbach ist keine Berufsfeuerwehr. Alle Einsatzkräfte verrichteten diesen Einsatz ehrenamtlich. Sie unterbrechen ihren Alltag, ob Arbeit, Freizeit oder Schlaf, um für die Allgemeinheit da zu sein. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

Alle Einsatzkräfte absolvieren viele freiwillige Stunden für Fort- und Weiterbildung, damit sie um nichts den Kameradinnen und Kameraden der Berufsfeuerwehr – von denen es nur sieben in Hessen gibt – nachstehen. Deshalb sucht die Freiwillige Feuerwehr auch Mitglieder und Mitgliederinnen für den aktiven Einsatzdienst.

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