Halle in Vollbrand, schwarze Rauchwolke weit sichtbar. Rund 150 Einsatzkräfte verhinderten ein Übergreifen der Flammen.
Alsfeld
Großalarm in Alsfeld: Mit dem seltenen Stichwort „F4 – Brand als Großschadenslage“ wurden die Einsatzkräfte am Dienstagmorgen gegen 9.40 Uhr in die Jahnstraße alarmiert. Dort stand eine Halle eines Anbieters für Grill- und Kaminanzünder in Vollbrand. Eine tiefschwarze Rauchsäule war bereits aus weiter Entfernung sichtbar.
Durch den Notruf eines Mitarbeiters sowie die an die Leitstelle angeschlossene Brandmeldeanlage wurde die Rettungsleitstelle alarmiert und konnte innerhalb kürzester Zeit Einsatzkräfte entsenden.

Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen. Erst am frühen Nachmittag konnte Alsfelds Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer Entwarnung geben. „Das Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle“, sagte Daniel Schäfer. Bereits auf der Anfahrt sei das Ausmaß des Brandes durch die massive Rauchentwicklung erkennbar gewesen. Deshalb sei das Stichwort frühzeitig auf F4 erhöht worden, was eine Alarmierung mit Massivkräften zur Folge hatte.

Nach ersten Angaben brannten zwei Hallen des Gebäudekomplexes auf einer Fläche von rund 2.400 Quadratmeter. „Da die Firma unter anderem Grill- und Ofenanzünder herstellt, war die Brandlast hier extrem hoch“, erklärte Daniel Schäfer. Insgesamt waren rund 150 Feuerwehrkräfte im Einsatz, hinzu kamen etwa 40 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Rotem Kreuz, die die Versorgung der Helfer übernahmen. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort um den Verkehr zu regeln und die Ermittlungen aufzunehmen.

Ein zentrales Problem stellte die Wasserversorgung dar. „Das Hydrantennetz war nicht ausreichend. Wir mussten mehrere Schlauchleitungen aus offenen Gewässern legen, um genug Löschwasser zur Verfügung zu haben“, so der Stadtbrandinspektor. Nach dem Ablöschen der Flammen begannen umfangreiche Nachlöscharbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk wurden Teile der Hallen geöffnet und abgetragen, um versteckte Glutnester aufzuspüren.

Glücklicherweise wurde bei dem Großbrand niemand verletzt. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs wurde in dem Betrieb noch gearbeitet. „Die Mitarbeiter haben sich vorbildlich aus dem Gebäude begeben und uns direkt mitgeteilt, dass sich niemand mehr in den Hallen befindet“, sagte Daniel Schäfer. Dadurch habe sich die Feuerwehr vollständig auf die Brandbekämpfung konzentrieren und ein Übergreifen auf angrenzende Hallen mit noch größerer Brandlast verhindern können.
Auch Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und lobte das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte. „Die Feuerwehr hat zunächst die umliegenden Wohngebäude und das Wohngebiet geschützt. Danach lief ein großer Löscheinsatz mit über 150 Einsatzkräften aus Alsfeld und benachbarten Kommunen wie Lauterbach und Neukirchen“, sagte Stephan Paule. Eine Einschätzung zur Schadenshöhe sei derzeit noch nicht möglich. „Dazu liegen uns aktuell noch keine Informationen vor. Auch zur Brandursache wird es Ermittlungen durch die Polizei geben“, so der Bürgermeister.

Der Großbrand rief bei vielen Erinnerungen an frühere Ereignisse wach. „Das Stichwort F4 ist die gleiche Brandklasse wie beim Brand auf dem Bücking-Gelände vor etwa zwölf Jahren“, erklärte Stephan Paule. Damals sei der Schaden deutlich größer gewesen. „Gott sei Dank ist es diesmal glimpflicher ausgegangen. Hätte die Feuerwehr nicht so beherzt und professionell reagiert, hätte sich das Feuer auf das gesamte Industriegelände oder sogar auf angrenzende Wohnbebauung ausdehnen können.“
Auch Landrat Dr. Jens Mischak sprach von „Glück im Unglück“. „Wir hatten hier heute Morgen eine wirklich große Schadenslage. Vor dem Hintergrund der gelagerten Brandlasten hätte es noch deutlich schlimmer kommen können“, sagte Mischak. Er schloss sich dem Dank an die Einsatzkräfte an: „Viele Ehrenamtliche haben innerhalb weniger Minuten und in den ersten Stunden diese Lage unter Kontrolle gebracht mit hervorragender Arbeit und guter Ausrüstung.“

Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren aus Alsfeld und den umliegenden Städten und Gemeinden habe reibungslos funktioniert. „Auch Vertreter des Innenministeriums und des Regierungspräsidiums waren vor Ort. In der Lagebesprechung wurde deutlich, dass hier alle sehr gut zusammengearbeitet haben. Das zeigt, dass unsere Rettungssysteme funktionieren“, so der Landrat.
Zu möglichen Folgen für Arbeitsplätze oder zur genauen Brandursache konnten am Dienstag noch keine Angaben gemacht werden. Die Nachlöscharbeiten und Aufräumarbeiten werden voraussichtlich noch mehrere Stunden andauern. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Polizei aufgenommen.









