Leider verstarb Daniel am 25.12.2023 (Foto: privat)

Daniel wollte zu Hause sterben

Spenden-Aktion für Daniel ist beendet

Update:
Leider verstarb Daniel zwei Tage nach unserer Veröffentlichung. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und allen Angehörigen. Die Spenden-Aktion für Daniel ist beendet.

LAUTERBACH
Daniel aus Lauterbach bekam die Diagnose Osteosarkom (Knochenkrebs), der häufigste primär maligne Knochentumor. Wie Daniel die Diagnose bekam und wofür er Geld benötigt, schildert er mit eigenen Worten.

„Ich bin Daniel, 49 Jahre alt. Das Foto oben zeigt mich bei meinem Krankenhausaufenthalt am 12.10.2023. Im Januar 2017 bekam ich starke Schmerzen im rechten Bein und in der Hüfte, dachte mir nichts dabei und ging weiterhin zur Arbeit. Wegen dieser Schmerzen ging ich zur Hausärztin und zu einem Orthopäden, wurde immer wieder krankgeschrieben und sollte Reha-Sport machen. Dies zog sich leider bis November 2017 hin, es wurde nicht besser.“

Als altersbedingter Verschleiß abgefertigt

„Meine Hausärztin überwies mich dann, nachdem mich der Orthopäde wieder mal mit der Begründung, ich solle mehr Reha-Sport machen da es altersbedingter Verschleiß sei, abfertigte direkt nach Fulda zum MRT mit Kontrastmittel. Dabei wurde ein Tumor an der rechten Beckenschaufel festgestellt. Aufgrund dieser Feststellung wurde ich in die Universität Mannheim überwiesen.“

Kein altersbedingter Verschleiß sondern Osteosarkom (Knochenkrebs)

„Ende November 2017 wurde eine Biopsie durchgeführt und brachte eine ernüchternde Nachricht: Es stellte sich heraus, dass es sich bei diesem Tumor um ein Osteosarkom (Knochenkrebs) handelt. Daraufhin wurde mir von einem Professor mitgeteilt, dass diese nichts mehr für mich tun können und es nur zwei Chirurgen gibt, die diese Operationen durchführen können. Einer sei in Essen, der andere in Berlin-Buch. Nach reiflicher Überlegung entschieden wir uns für Berlin-Buch.“

Beckenschaufel wurde entfernt: gehbehindert

„Im Januar 2018 bekam ich dann meine erste Chemotherapie im Krankenhaus in Berlin-Buch (rund 525 km von Zuhause entfernt), bei der ich vollstationär aufgenommen wurde. Es folgten weitere fünf Chemo-Blöcke, bis Mitte April eine große Operation folgte, bei der mir die Beckenschaufel entfernt wurde. Da ich kein Implantat erhalten habe, weil dies nicht möglich ist bei dieser Art der Operation, wurde ich daraufhin gehbehindert. Ab da konnte ich mein rechtes Bein nur noch zu 15 % nutzen. Es folgten weitere drei vollstationäre Chemo-Blöcke in Berlin-Buch, zu denen ich liegend transportiert werden musste. Im Anschluss musste ich täglich, sechs Wochen lang nach Heidelberg zur Schwerionen-Grey-Bestrahlung.“

Krebs streute auch in die Lunge

„Im Abstand von drei Monaten folgten Nachsorgetermine, bis im Januar 2019 bei einer CT-Untersuchung der Nachsorge rauskam, dass der Krebs auf die Lunge gestreut hat. Sofort bekam ich eine Chemotherapie in Tablettenform. Zu dieser Zeit konnte ich mich durch die Schwerbehinderung im Haus mit Gehbock, im Garten und rund ums Haus mit Unterarmgehstützen und mit Rollstuhl fortbewegen. Weiterhin wurde ich erwerbsgemindert und wir mussten enorme finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Im Mai und Juli hatte ich in der Evangelischen Lungenklinik je eine Lungenoperation rechts und links.“

„Es folgte eine weitere Chemotherapie in Tablettenform bis im Februar 2022. In dieser Zeit waren weitere Nachsorgen im Abstand von drei Monaten. Leider sind neue Metastasen in der Lunge gewachsen sodass im Mai 2022 eine neue vollstationäre Chemotherapie mit drei Blöcken im Heidelberger Krankenhaus durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass diese den Krebs nicht auf halten. Es fanden weitere Untersuchungen statt und ich wurde im November 2022 in einer Studie am NCT in Heidelberg eingeschlossen. Diese wurde nun als Chemotherapie in Tablettenform durchgeführt und hatten einige Nebenwirkungen, haben aber das Krebswachstum  auch nicht aufhalten können. Nun hatten wir im März 2023 auf eine andere Chemotherapie in Tablettenform umgestellt mit dem Ergebnis: Stillstand des Wachstums. Wir haben uns alle sehr gefreut, vor allem meine Frau, unser 15 jähriger Sohn und ich.

Zwei Schlaganfälle und Tumor im Herz – Bein amputiert

Als wir dann den nächsten Nachsorgetermin am 25.09.2023 in Heidelberg hatten, kam beim MRT eine schockierende Enddeckung heraus. Es wurden zwei Schlaganfälle festgestellt und ein Tumor im Herz. Ich wurde sofort wieder stationär aufgenommen und unter Beobachtung gestellt. Nach einigen Tagen löste sich ein größter Teil des Tumors im Herzen. Dieser verstopfte beide Beine. Es fand eine Operation statt wobei die Muskeln der Beine frei gelegt wurden. Das rechte Bein konnte leider nicht erhalten bleiben und  wurde durch eine weitere Operation amputiert. Einige Tage später folgte eine weitere Operation des linken Beines mit Spalthaut und Hauttransplantation.“

Schwere Entscheidungen standen an: Ich will zu Hause sterben

„In dieser Zeit hatte ich mehrere Gespräche mit meiner Frau und wir mussten schwere Entscheidungen treffen, in denen es unter Anderem darum ging, ob ich in einem Hospiz untergebracht werde oder Zuhause. Zum Glück konnte ich mich etwas erholen, sodass ich erst mal Zuhause gepflegt werden kann.“

„Da es mein größter Wunsch ist Zuhause zu sterben und die Ärzte nicht wissen, wie lange ich noch am Leben bin, möchte meine Frau alles daran setzen mir meinen Wunsch zu erfüllen. Da sie aber arbeitet und nicht unentgeltlich freigestellt werden kann, bitten wir um finanzielle Unterstützung in Form von Spenden, da wir auch noch am Abtrag unseres Hauses sind und wir keine Risikoversicherung mehr von der Bausparkasse für die Umfinanzierung des Hauses bekommen haben, als diese von meiner Krankheit erfahren hat.“

Anm. d. Red.
Daniel verstarb am 25.12.2023 im Alter von 49 Jahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und allen Angehörigen.

Teilen auf Facebook» Diesen Artikel auf Facebook teilen «

Teilen auf X (vormals Twitter) » Diesen Artikel teilen «

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.