Wolfgang Keller wurde durch Philipp Eifert in den Ruhestand verabschiedet. (Foto: Polizeipräsidium Osthessen)

PHK Wolfgang Keller in den Ruhestand verabschiedet

Ein bekanntes Gesicht verlässt das Polizeipräsidium Osthessen

OSTHESSEN

Immer ein Lächeln auf den Lippen und ein offenes Ohr für alle Belange: So kennt man Wolfgang Keller. Der Polizeihauptkommissar, der in der Region unter anderem durch seine langjährige Tätigkeit als Pressesprecher sowie in der Prävention bekannt ist, wurde pünktlich zu seinem 60. Geburtstag durch Polizeioberrat Philipp Eifert, Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg, in den Ruhestand verabschiedet.

„Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich einmal Polizist werde, hätte ich ihn ungläubig angeschaut. An diesen Beruf hatte ich damals tatsächlich keinen Gedanken verschwendet“, so Keller, der als Schüler eine Karriere im Handwerk angestrebt hat. Doch das Arbeitsamt sei auf die ausgeprägte soziale Ader des heute frischgebackenen Pensionärs aufmerksam geworden und hat ihm eine Laufbahn bei der Landespolizei beziehungsweise dem Bundesgrenzschutz vorgeschlagen. „Ich war schon immer sehr Heimatverbunden und so habe ich mich für die Polizei Hessen entschieden“, erklärt der gebürtige Osthesse.

Mit 17 Jahren ließ er die Schulbank hinter sich und begann seine Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei in Kassel. Von Kassel ging es nach Mühlheim und von Mühlheim nach Wiesbaden. Für Keller war schnell klar: Es war die richtige Entscheidung, die er keine Sekunde in den darauffolgenden Jahren bereuen würde. Nach der Ausbildung im mittleren Dienst landete der Familienvater bei der Bereitschaftspolizei in der vierten Abteilung in Hanau. „Wir waren damals noch für die Flughafensicherung zuständig.“ Eine schöne Zeit, an die der 60-Jährige gerne zurückdenkt. „Ich habe Land und Leute kennengelernt. Das hat mir immer richtig viel Spaß gemacht und den Bürgerkontakt habe ich stets genossen.“

Vom Flughafen wechselte Keller auf die Autobahn: Auf rund fünf Jahre Neu-Isenburg folgten einige Monate in Langenselbold. Von einer Rotte Wildschweinen auf der Fahrbahn bis hin zu schweren Verkehrsunfällen, die ihm noch lange in Erinnerung geblieben sind – die Jahre bei den Polizeiautobahnstationen waren prägend.

Foto: Polizeipräsidium Osthessen

Seiner Heimat Osthessen ist Keller dabei stets treu geblieben. „Kurz vor Weihnachten 1993 habe ich ein Geschenk bekommen.“ Ein Anruf und damit die Zusage für eine Stelle bei der Polizeistation Lauterbach. Für den gebürtigen Müser (Gemeinde Großenlüder) ein Jackpot: „Ich habe immer gesagt: Wenn es nach Osthessen geht, dann in den Vogelsbergkreis.“ Nach einigen Jahren im Streifendienst hat der engagierte Polizist sein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst dran gehängt, bevor er als stellvertretender Dienstgruppenleiter nach Lauterbach zurückkehrte.

„Ich möchte keine Sekunde missen“

2009 schlug Kellers Laufbahn bei der Polizei Hessen einen Weg ein, den er nie erwartet hätte: Vom Streifenbeamten zum Pressesprecher. „Das war schon eine große Umstellung.“ Aus dem Schichtdienst in den Tagdienst. Von Streifentätigkeiten und der Verkehrsunfallaufnahme zum Schreiben und Präsentieren in der Öffentlichkeit. „Man musste einmal komplett umdenken.“ Schließlich gehörte es zu seinen Aufgaben, die polizeiliche Arbeit transparent und vor allem verständlich zu kommunizieren. Dazu herrschte ein enger Austausch mit den Medienvertretern: „Egal ob Fernsehen, Rundfunk oder Zeitung: Nach einigen Jahren kannte man sich und hatte ein gutes Vertrauensverhältnis.“ Wolfgang Keller war ein Jahrzehnt das Gesicht der Polizei im Vogelsbergkreis. „Zehn Jahre Pressesprecher… ich möchte keine Sekunde davon missen.“

Ab 2011 widmete sich der Vollblutpolizist zudem der kriminalpolizeilichen Beratung. Denn bereits in den Jahren zuvor war er mit dem Gewaltpräventionstraining „Cool sein, cool bleiben“ an zahlreichen Schulen unterwegs. Mit aktuellen Präventionsthemen stand er in den vergangenen Jahren den Menschen der Region mit Rat und Tat zur Seite: Vom Einbruchsschutz bis hin zu Vorträgen zu Schockanrufen und anderen Betrugsmaschen: „Die Leute haben die Tipps förmlich aufgesaugt und waren unheimlich dankbar für das Angebot.“ Bis zu seiner Pensionierung war Keller zudem Schutzmann vor Ort in den Städten Alsfeld und Schlitz.

Durch sein Wirken im Vogelsbergkreis war der 60-Jährige ein bekanntes Gesicht für Menschen jeden Alters. Nun musste der frischgebackene Pensionär ein für alle Mal seine Uniform, die er bis zum letzten Tag voller Stolz getragen hat, ablegen: „Ich gehe mit dem bekannten lachenden und weinenden Auge. Die 42 Jahre bei der Polizei Hessen haben mir riesen Spaß gemacht“, blickt Keller zurück: „Und für mich ist klar: Im nächsten Leben werde ich wieder Polizist!“

Die Vogelsberger Zeitung hat nun auch einen WhatsApp-Kanal.
Hier klicken, um kostenlos den Kanal der Vogelsberger-Zeitung zu abonnieren.

Teilen auf X (vormals Twitter) » Diesen Artikel auf X (vormals Twitter) teilen «

Über Redaktion (pol) 164 Artikel
Dieser Artikel beinhaltet Texte und/oder Informationen und/oder Fotos aus einer Pressemitteilung (ots) der Polizeistationen oder der Polizeipräsidien. Aus juristischen Gründen werden diese Texte unverändert übernommen.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.