MdB-Stippvisite am Krankenhaus Eichhof: zum gemeinsamen Erinnerungsfoto stellte sich die Bundestagsabgeordnete „Bündnis 90/Die Grünen“ Kordula Schulz-Asche (vorn rechts) sehr gerne mit (von links) Mathias Rauwolf, Hubert Reinhardt, Cornelia Bothe, Daniel Schmidt, Dr. Jürgen Ludwig, Bernadette Eisenbart, Dr. Johannes Roth und Jutta Jawansky-Dyroff auf. (Quelle: Eichhof Krankenhaus)

Politischer Besuch am Krankenhaus Eichhof

Grünen-Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche zu Gast in Lauterbach

LAUTERBACH

Auf Einladung der Stadt- und Kreistagsfraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ und initiiert von der Landtagsabgeordneten Eva Goldbach besuchte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche das Krankenhaus Eichhof in Lauterbach.

Am Tag der Entscheidung zwischen Bund und Ländern für die neue Krankenhausreform machte sich die erfahrene Gesundheitsexpertin im Deutschen Bundestag persönlich ein Bild von der Situation vor Ort.

Der Vorstand der Eichhof-Stiftung Lauterbach Mathias Rauwolf, der Ärztliche Direktor und Chefarzt Innere Medizin/Gastroenterologie Dr. Johannes Roth sowie der Chefarzt Unfall- und Orthopädische Chirurgie Dr. Jürgen Ludwig begrüßten die Delegation Bündnis 90/Die Grünen um die Bundestagsabgeordnete, zu denen auch Hubert Reinhardt, Fraktionsvorsitzender der Gemeinde Wartenberg, Daniel Schmidt, Vorsitzender der Stadtfraktion Lauterbach, Jutta Jawansky-Dyroff, Vorstandsmitglied Lauterbach, Cornelia Bothe, Kreistagsfraktion, und Bernadette Eisenbart, Kreisgeschäftsführerin, gehörten.

„Die Corona Pandemie, der Krieg in der Ukraine und die damit zusammenhängende Energiekrise haben uns finanziell und personell zugesetzt. Es ist an der Zeit, dass die Politik wegweisende Entscheidungen trifft, damit die ärztliche und pflegerische Versorgungssicherheit der Bevölkerung insbesondere im ländlichen Raum aufrechterhalten werden kann“, mahnt Vorstand Mathias Rauwolf nach einer Vorstellung der Eichhof-Stiftung Lauterbach, zu der neben dem Krankenhaus Eichhof auch die Vogelsberger Lebensräume, das MVZ Eichhof gGmbH, die Eichhof Pflege gGmbH mit Sozialstation und Seniorenzentrum Schlitzerland sowie die Krankenhaus Eichhof Service gGmbH gehören. „Mit über 1.000 Mitarbeitenden ist die Stiftung der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region und hat auch mit der Abwanderung von Fachpersonal aus gesundheitsrelevanten Bereichen sowie dem Fachkräftemangel insgesamt zu kämpfen“, erläuterte der Vorstand. Da die Stiftung keine öffentlichen Mittel erhalte, habe man in den letzten dreieinhalb Jahren einen Umstrukturierungsprozess begonnen, um insbesondere das Krankenhaus Eichhof auf den neuesten Stand zu bringen, so Rauwolf.

Mit einer groß angelegten Ausbildungsinitiative, der Integration von ausländischem Personal in Medizin und Pflege, zusätzlichen Angeboten, wie dem neuen Notarztstandort am Krankenhaus Eichhof, und der engen Kooperation mit dem Maximalversorger in Fulda sei das Haus der Grund- und Regelversorgung für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung im Vogelsbergkreis aus der Krankenhauslandschaft nicht mehr wegzudenken.

Lob für breite Ausrichtung

MdB Kordula Schulz-Asche lobte die breite Ausrichtung der Eichhof-Stiftung und betonte ihrerseits die Sorge, dass Deutschland im internationalen Vergleich ins Hintertreffen gerate. „Ich schaue insbesondere in Länder, die ebenfalls viele ländliche Strukturen haben. Pflege ist dabei immer ein Knackpunkt der Versorgung. Wir müssen dem Trend entgegenwirken, dass gut ausgebildete Fachkräfte aus Deutschland in die Schweiz, nach Österreich oder in die skandinavischen Länder abwandern“, so die langjährige hessische Landtagsabgeordnete, die seit ihrer ersten Wahl in den Bundestag im Jahr 2013 unter anderem als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für Gesundheit angehört.

Kordula Schulz-Asche bezog im Fachgespräch klar Stellung für eine Reformierung der Krankenhauslandschaft, betonte dabei aber auch, wie wichtig eine detaillierte Kommunikation mit den Krankenhausträgern und der Öffentlichkeit sei, damit nicht Ängste geschürt, sondern Vertrauen in die geplante Reform hergestellt werde.

Im Austausch mit den Chefärzten Dr. Roth und Dr. Ludwig verschaffte sich die Bundestagsabgeordnete einen Überblick über die Strukturen des Hauses und hatte ein offenes Ohr für die Kritik zur Situation mit den Kostenträgern, dem MDK sowie den geäußerten Sorgen, dass die Politik nur mehr auf Maximalversorger setze. „Wir brauchen die Versorgung in der Breite“, mahnte der Ärztliche Direktor Dr. Roth. „Die Menschen wollen vor Ort versorgt werden, wenn jede Sekunde zählt, und erst im Nachgang sollten Synergien mit anderen bzw. größeren Häusern genutzt werden.“

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer, dass das Kliniksterben in Deutschland weitergehe und so manches Krankenhaus den ambitionierten Start der Reform zum 1. Januar 2024 wohl nicht mehr erleben werde. Kordula Schulz-Asche versprach, die gewonnenen Erfahrungen mit in den Gesundheitsausschuss zu nehmen.

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