Foto: Vogelsberger Zeitung

Großübung bei Schloss Eisenbach

Feuerwehrübung mit den Feuerwehren der Kernstadt und den Ortsteilen

LAUTERBACH / FRISCHBORN

Am Samstag führte die Freiwillige Feuerwehr Lauterbach mit den Ortsteilen eine Übung bei Schloss Eisenbach durch. Für die Ausarbeitung der Übung war der Löschzug Süd anlässlich ihres 140-jährigen Jubiläums verantwortlich.

Das Szenario: Im Werkstattbereich brach durch eine Verpuffung Feuer aus. Eine Person kam aus dem Gebäude und teilte mit, dass sich noch weitere Personen im Gebäude befinden. Die Leitstelle hatte entsprechend das Alarmstichwort erhöht auf „Menschenleben in Gefahr“. Als der Löschzug Süd ankam hatten die Brandschützer festgestellt, dass die Lage doch größer ist, als es gemeldet wurde. Es folgte eine zweite Verpuffung und der Löschzug Mitte wurde nachalarmiert um den Brand mit der Menschenrettung unter Kontrolle zu bringen.

Doch das war noch nicht alles. Bei der Erkundung wurde festgestellt, dass Gefahrgut austritt, sodass es in der Folge zu einem Vollbrand des Gebäudes kam. Es wurden weitere Löschzüge hinzugezogen, um das fehlende Wasser auf Schloss Eisenbach zu kompensieren. Die Wasserversorgung war ein eigener Abschnitt und ist über das komplette Gelände vom Schloss Eisenbach hochgezogen worden mit entsprechenden Höhendifferenzen. „In der Folge ist das Feuer aufgrund der Brandausdehnung weitergelaufen in das nördliche Gebäude, dort war dann ebenfalls eine Person vermisst worden“, sagt Einsatzleiter Tony Michelis. An das nördliche Gebäude wurde ein Gastank gefunden, der außenliegend war. Hier gab es auch noch eine Verpuffung. „Wir haben uns dann dazu entschlossen, einen weiteren Löschzug im Nordbereich einzusetzen und diesen mit einer separaten Wasserversorgung zu versorgen“, so Michelis. Bei der Übung wurde der Pendelverkehr durch ein Tanklöschfahrzeug simuliert, in der Realität sind es mehrere Fahrzeuge, erklärt Tony Michelis.

Die dritte Person im Nordbereich ist gefunden worden. „Wir haben diverse Gefahrgüter dort herausgeholt. Es ist doch ein erhebliches Potenzial hier oben“, so Michelis. Es sei nichts Neues für den Realfall, dass an dieser Stelle keine Wasserversorgung ist. Aufgrund der Entwicklung, sowohl vom Feuer als auch von der Wärme hatte man zusätzliche vorbeugende Maßnahmen getroffen. „Wir haben hier einen angrenzenden Wald. Kommt es da zu einem Funkenflug im Waldbereich, entsteht womöglich ein Waldbrand. Deshalb haben wir zwei Drohnenstaffeln eingesetzt. Eine Drohne der Drohnenstaffel Grebenhain hatte die Aufgabe, den Südbereich zu kontrollieren, die zweite Drohne der Drohnenstaffel Fulda hatte die Gebäude um Schloss Eisenbach unter Kontrolle“, erklärt Einsatzleiter Tony Michelis. Die Wärmebildkameras der Drohnen zeigen rechtzeitig eine Hitzequelle an. Für die Brandschützer sind solche Drohnen ein hervorragendes Hilfsmittel um frühzeitig eine Gefahr zu erkennen. Ohne Drohne müsste man zur Erkundung mehrere Feuerwehrleute in den Wald schicken.

Insgesamt waren 115 Kräfte an der Übung beteiligt, davon hatten 12 Leute die Übung ausgearbeitet.

Wie würdest du als Einsatzleiter diese Übung bewerten?

„Ich glaube, bei jeder Übung lernt man etwas dazu. So war es auch hier. Zum ersten Mal hatten wir eine bzw. zwei Drohnenstaffeln dabei. Das war eine super Idee. Wir für uns nehmen mit, dass wir eine Planung für die Wasserversorgung brauchen, also einen fertigen Plan, den wir bei Bedarf ziehen können. Bis Dato hat das immer der Löschzug Süd gemacht. Das war eine neue Anforderung. In diesem Fall hat das der Löschzug West gemacht. Es ist ein unwegsames Gelände, hier fährt kein Auto, man muss die Strecke kennen. Das muss alles dokumentiert werden. Wir nehmen auch mit, dass wir rechtzeitig größer denken müssen und dann die Abschnitte relativ früh gestalten müssen, um Luft zu haben, wenn weitere Ereignisse dazukommen.“

Es herrscht derzeit ein Wasserentnahmeverbot. Wie habt ihr das gelöst?

„Wir hatten eine Genehmigung, dennoch wurde das Wasser aufgefangen und ist letztendlich über den Behälter wieder zurück in das Gewässer gegangen. Natürlich ist ein wenig entnommen worden, aber es hielt sich in Maßen. Wir müssen leider auch trotz Wasserentnahmeverbot üben können und dürfen. Wenn wir das nicht üben, wird es in der Realität nicht funktionieren. Es beißt sich zum Einen das Entnahmeverbot, aber ganz ohne wird es in der Realität nicht funktionieren, wenn wir diese Gedankengänge und diese Funktion hier, gerade an solchen Objekten, nicht testen. Wir dürfen Wasser in der Hinsicht entnehmen, dass wir es mit Augenmaß und Verstand machen und für die Rückführung sorgen.“

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