Die Reisegruppe aus Lauterbach vor vor der Statue des Hl. Wenzel auf dem Wenzelsplatz in Prag. (Foto: © Dersch)

Löwenfütterung, Hradschin und kein Bier

Langjährige Verbindung: Klasse 9e der Alexander-von-Humboldt-Schule zu Gast in Pilsen

LAUTERBACH

Der Mai startete aufregend für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9e der Alexander-von-Humboldt-Schule: Sie machten sich mit den Lehrkräften Kirsten Nordmann und Thomas Dersch auf den Weg nach Pilsen.

In der böhmischen Stadt befinden sich nicht nur die berühmte Pilsner-Urquell-Brauerei und die Škoda-Werke, sondern auch das Gymnazium Frantiska Krizika. Mit ihm unterhält das Lauterbacher Gymnasium schon lange eine florierende Partnerschaft: So führte eine der ersten Auslandsreisen der Schule nach der Pandemie bereits im vergangenen Jahr wieder nach Tschechien.

Nach einer etwas abenteuerlichen Anfahrt und mit leichter Verspätung wurden die Reisenden am Abend des 1. Mai von ihren Gastfamilien und ihrem Reiseleiter Jan Habrych in Empfang genommen. Habrych, der einige Jahre an der AvH unterrichtet hat und nun an dem Pilsener Gymnasium Deutsch lehrt, ist der konstante Faktor dieser Partnerschaft. Gemeinsam mit Thomas Dersch, der die Fahrt schon mehrfach begleitet hat, ist es ihm ein großes Anliegen, Austausch und Begegnung zu fördern und somit den Horizont zu weiten und Bewusstsein für ein gutes Miteinander zu schaffen.

Foto: © Dersch
Die Schülerinnen und Schüler aus Lauterbach nahmen auch am Unterricht in dem Pilsener Gymnasium teil.

Auch die Schülerinnen und Schüler der beiden Länder freuten sich schon aufeinander: Sie hatten sich vor dem Austausch bereits per Mail ein wenig kennengelernt und konnten während der kurzen Woche in der böhmischen Metropole Freundschaften schließen, die im Herbst bereits bei einem Gegenbesuch noch vertieft werden sollen. Neben dem Leben in den tschechischen Familien hatten die Neuntklässler allerdings ein volles Programm zu absolvieren – den Start machte selbstverständlich ein Empfang in der Partnerschule, wo die Reisegruppe von Schulleiterin Šárka Chvalova begrüßt wurde und Projekte zur Sprachvermittlung, zu Musik und darstellendem Spiel anstanden. Nach dem Mittagessen in der Schulkantine ging es dann in die Altstadt Pilsens, in der die Lernenden die Katakomben unter der Stadt erkundeten und die Sehenswürdigkeiten durch eine Stadtrallye entdeckten.

Foto: © Dersch
„Haltung bewahren“ hieß es im Pilsener Technikmuseum.

Am Mittwoch konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Biologiekenntnisse beim Besuch des örtlichen Zoos auffrischen, bei dem besonders die Löwenfütterung im Gedächtnis bleiben wird. Nachmittags waren die Jugendlichen weiterhin in den Naturwissenschaften aktiv und haben im Technikmuseum an vielen spielerischen Mitmach-Stationen physikalische, chemische und mathematische Phänomene erlebt.

Foto: © Dersch
Auf der Moldau bestaunten die Schülerinnen und Schüler die Kulisse der Goldenen Stadt.

Natürlich stand auch ein Besuch in der Hauptstadt auf dem Programm: Prag, die Goldene Stadt, wartete auf die Gäste aus Lauterbach, die ihren Besuch von der Prager Burg aus starteten: Vom Hradschin über mittelalterliche Plätze und romantische Gassen führte sie der Weg bei sonnigem Wetter über die Karlsbrücke hin zu einer Schifffahrt auf der Moldau, um die „Stadt der hundert Türme“ von der besten Seite zu sehen. Ein bisschen Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, blieb ihnen glücklicherweise auch.

Foto: © Dersch
Zeit für Experimente und interessante Erfahrungen war im Technikmuseum.

Woher das Pils seinen Namen hat, erfuhr die Reisegruppe am vorletzten Tag der Fahrt: Sie besuchte die berühmteste Brauerei des Landes, allerdings, dem jugendlichen Alter der Reisenden geschuldet, ohne Praxistest. Dennoch war die Führung sehr anschaulich, ist die Biertradition doch ein großer Teil der gemeinsamen Kulturgeschichte der beiden Länder, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts sogar eine gemeinsame Amtssprache hatten. Deutsch ist für die tschechischen Schülerinnen und Schüler ein etabliertes Angebot an vielen Schulen, auch die Gastgeber der Lauterbacher Reisenden erlernen am Gymnazium Frantiska Krizika die deutsche Sprache. Dennoch fand die Kommunikation untereinander zum großen Teil auf Englisch statt. Auf diese Weise konnten auch die deutschen Gäste eine ihrer Fremdsprachen auf Alltagstauglichkeit testen. Mit einem kleinen Sportprogramm am Nachmittag und einer Grillfeier am Abend endete das Programm dieser Reise. Der folgende Samstag stand bereits ganz im Zeichen der Heimfahrt.

Beim Abschied gab es einige traurige Gesichter zu sehen, denn die jungen Leute hatten schnell einen Zugang zueinander gefunden. Sie konnten sich viel aus ihren jeweiligen Alltageserlebnissen erzählen und erlebten gemeinsam eine aufregende Woche. Daran wollen sie im Herbst anknüpfen, wenn es in Lauterbach heißt: „Vítejte, milí přátelé!“

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