Stephan Eppler referierte über Palliativ-Care im Allgemeinen und im Besonderen und konnte viele Fragen der Teilnehmenden beantworten. (Foto: H. Schäddel)

Sicherheit gewinnen im Umgang mit dem Sterben

Vierzig Interessierte beim Letzte-Hilfe-Kurs des Evangelischen Dekanats Vogelsberg und der Landfrauen Alsfeld (Stadt und Land)

ALSFELD

„Diese Situation kenne ich von zu Hause“ – „Ich interessiere mich für Tipps und Anregungen.“ – „ Es herrscht eine Verunsicherung und man fühlt sich auch irgendwie hilflos“.

So äußerten sich einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Vorstellungsrunde des Letzte-Hilfe-Kurses, der vor wenigen Tagen im großen Saal des Gebäudes des Evangelischen Dekanats Vogelsberg stattfand. An die vierzig Menschen waren der Einladung des Dekanats in Kooperation mit den Landfrauen Alsfeld (Stadt und Land) gefolgt. Die beispielhaft genannten Äußerungen deckten sich mit den Aussagen vieler anderer, die sich aus verschiedensten Gründen für das Thema „Pflege sterbender Menschen“ interessierten. Einige hatten die Pflege-Phase eines Angehörigen gerade hinter sich, waren aufgrund eines beruflichen Hintergrunds motiviert oder blickten der Pflege eines Angehörigen mehr oder weniger sorgenvoll entgegen.

Silvia Völker, Vorstandsmitglied der Landfrauen, begrüßte die Anwesenden zusammen mit Diakon und Sozialpädagoge Holger Schäddel (Evangelisches Dekanat). Beide hatten den Kurs als Kooperation vorbereitet. Das Seminar selbst war in die Module „Sterben als Teil des Lebens“, „Vorsorgen und Entscheiden“, „Symptome und Beschwerden lindern“ sowie „Abschied nehmen“ aufgebaut. Dabei ging es um Aspekte wie die Hilfskultur in unserer Gesellschaft im Allgemeinen oder die Möglichkeit, an- oder zugehörige Menschen in den Sterbeprozess zu integrieren. Die fachliche Leitung des Kurses lag bei Stephan. Er ist Palliativ Care-Fachkraft mit langjähriger Berufs- und Trainer-Erfahrung in diesem Bereich. Eppler sprach anhand einer gehaltvollen Präsentation unter anderem von geteilter Unsicherheit, aber auch den Möglichketen des Milderns von Schmerz- und Leidenssymptomen. Gekonnt nahm er Fragen, Anregungen und Statements aus der Runde auf. Gleichwohl wies er behutsam darauf hin, dass zum Ende des Daseins eines Menschen nicht immer alle Punkte umfassend zu klären seien. Damit gelte es zu leben. Später arrangierte er ein kleines Quiz zu Materialien, erläuterte nicht-medikamentöse Behandlungsformen, und auch die praktische Anwendung von Hilfsmitteln für die sogenannte Mundpflege gestaltete er für alle sehr anschaulich. Im abschließenden Feedback äußerten eine große Zahl der nunmehr Geschulten ausgesprochen positive Eindrücke – ein Fazit war: „Ich habe Sicherheit gewonnen im Umgang mit meiner eigenen Unsicherheit“.

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